Dienstag, 2. Oktober 2018

Guadahortuna

Komischer Ort.

Der Ort hat so 2.000 Einwohner. Nach der Mittagshitze führte mich mein Weg Richtung Kirche, weil ich da üblicherweise das Zentrum finde.

Das komische an dem Ort ist, das im Oberdorf rund um die Kirche eher Gitanos - Zigeuner oder wie auch immer man sagt - zu wohnen scheinen.

Alles etwas schmuddelig, Müll auf der Straße. Dicke Frauen in Jogginghosen und Billigklamotten. Tiefdunkelbraune Männer in schlechten Klamotten mit ungewaschenen Haaren. Viele Kinder. Die Kirche verwarlost.

Ich kam mir sehr seltsam vor und traute mich nicht, ein Foto zu machen. Das ich nicht hierher gehöre, hat man sofort gesehen.

Ein ganz anderes Bild dann im 'Unterdorf' rund um die beiden Hauptstraßen: die Häuser gepflegter und die Menschen sehen dort einfach spanisch aus.

Es ist schon interessant, dass sich in einem so kleinen Ort doch solche Viertel herausbilden können. Ich habe natürlich keinen richtigen Einblick. Aber rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass mindestens ein Viertel oder mehr der Einwohner Gitanos sind.

Auch in den anderen kleinen Orten hat man gesehen, dass die jungen Leute fehlen. Es gibt nur noch alte - die jungen Leute ziehen weg. Das Leben auf dem Land ist offenbar nicht attraktiv genug, zumal hier aufgrund der großen Entfernungen die nächste Stadt meist weit weg ist.

Vielleicht wurden hier die leergewordenen Häuser von Gitanos bezogen. Aus welchem Grund auch immer.

Auf jeden Fall kein besonders attraktiver Ort.

Mein Hostal ist wenigstens schön, auch wenn es nicht so aussieht. Es liegt direkt an der Tankstelle. Die Zimmer sind einfach und günstig, aber frisch renoviert und sauber. Es ist ein Restaurant dabei, in dem ich heute Abend gegessen habe. Ein ganzes Menü. Alles gut. Der Gastwirt ist freundlich und zuvorkommend. 20 Euro kostet die Übernachtung. Ich bin der einzige Tourist. Im Hostal und im Ort.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen