Kleiner Ort, 1.400 Einwohner. Auf einem Berg gelegen, mit phantastischer Fernsicht in die wunderbare Landschaft. Schöner historischer Platz aus dem Mittelalter.
Es könnte auch in der Toskana sein. Aber es gibt nur eine handvoll Touristen. Demzufolge auch keine Giftshops mit irgendwelchem blödsinnigen Schnickschnack aus China und sonstigen negativen Auswirkungen des Tourismus.
Das Hostal ist der Hammer. Ich habe einen Balkon, auf dem mein Fahrrad übernachtet. Der Balkon ist komplett mit wildem Wein überwuchert. Der Blick geht in den Garten des älteren Ehepaares - eine wunderschöne Grünoase. 'Las Rosales' heißt das Hostal. 'Die Rosen'.
Die ältere Dame hat mich gefragt, ob ich hier zu Abendessen möchte. Ich war eigentlich gar nicht darauf eingestellt, denn bei booking.com wird das Hostal nur ohne Verpflegung angeboten. Also zugesagt. Es gibt keine Karte - man isst das, was aufgetischt wird.
Ich komme gerade vom Abendessen. Das war der Hammer: genau das Richtige für jemanden wie mich, der heute über 80 km geradelt ist.
Zuerst gab es einen großen Salatteller. Dann einen Teller mit Spaghetti und Tomatensauce. Dann eine Tortilla Española. Und zum Schluss noch eine sehr, sehr leckere Melone. 'Die aus der La Mancha seien die Besten', sagt der Hausherr. Ich kann es nur bestätigen.
Nun bin ich pappsatt. Höchst zufrieden werde ich bald ins Bett fallen. Ich bin höchstzufrieden, entspannt und glücklich. Und das an einem Tag, der bei der Planung gar keine Highlights erwarten lies.

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