Der Tag begann mit einem spanischen Frühstück im Hotel: ein Riesensaal für vielleicht 100 Personen, aber nur mit drei Leuten besetzt. Inklusive mir.
Es gab Fruchtjoghurt ohne Frucht, dafür mit Aroma und Farbstoff. Eine Sorte Salami und eine Sorte Käse. Außerdem Baguette und die Tomatensauce, die die Spanier üblicherweise aufs Brot schmieren, sowie künstlichen Orangensaft.
Alles eher spartanisch. Die Tomatensauce war das Beste.
Dann bezahlt und los.
Heute Morgen wollte ich eigentlich einen Abstecher zu den 'Cañons del Júcar', dem Canyon des hiesigen Flusses machen. Ich hatte Schilder und eine Karte gesehen und mir ausgerechnet, dass das ungefähr 8 km Umweg sein müssten - 4 km hin und 4 zurück. Das war okay. Also nix wie hin.
Wie immer war kein Mensch unterwegs. Lediglich ein älterer Herr kam mir entgegen und begrüßte mich sehr freundlich mit '¡Hola! ¡Buenos Dias!'.
Doch aus meinem Besuch beim Canyon wurde nichts: die Straße endete schon bald bei einem Parkplatz. Schilder verwiesen darauf, dass man von hier aus den Canyon zu Fuß erreichen könne. Für mich leider nicht machbar. Ich konnte ja nicht das Fahrrad mit allen Sachen einfach stehen lassen... Also wieder zurück.
Entgegen der Vorhersage begann es zu regnen. Im Tal des Júcar hingen die Wolken fest und wollten nicht gehen. Die nächsten Kilometer ging es nur bergauf und es regnete immer mal wieder. Nicht gerade angenehm.
Irgendwann war ich dann oben angekommen und die Straße ging über in ein Hochplateau. Ich erreichte die Grenze zur La Mancha. Ab hier spricht man nun wieder spanisch - anstelle des Valencianischen, das man in der 'Comunitat Valenciana' spricht und eher dem Katalanischen ähnelt.
Mit der Grenze besserte sie sich auch das Wetter schlagartig. Es wurde ein schöner sonniger Tag mit Schäfchenwolken, tiefblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein.
Diese Gegend wurde nun vor allem landwirtschaftlich genutzt. Ich bin durch zahlreiche Weinrebenfelder gefahren und konnte es nicht lassen, nur auch mal eine Rebe zu stibitzen. Sehr lecker!
Der Boden war teilweise tiefrot - im Zusammenspiel mit der Sonne, den Wolken und dem blauen Himmel ein schönes Farbspiel.
Im dritten Teil des der Tour ging es wieder in das Tal des Júcar. Wow! Was für ein Anblick! Plötzlich öffnet sich der Canyon vor mir. Eine Serpentinenstraße führt ins Tal. Hier - 50 km weiter als heute Morgen - ist das Gestein ein ganz anderes: wie Blätterteig liegen die Schichten übereinander.
In der Ferne ist der Ort Alcala del Júcar zu sehen, wo ich übernachten werde. Wahnsinn wie sich der Ort an den Felsen schmiegt. Ein Wahnsinnsanblick!

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